Mit sechs «Schnittstellen» zum perfekten Haarschnitt?

In den letzten Jahren ging ich im Ausland (z.B. Hong Kong, Shangai, Los Angels, Deutschland, Italien etc.) immer zum Friseur und konnte so die verschiedenen Arbeitsweisen und Methoden im Hair Business vergleichen. Dies habe ich nun auch in Japan getan.

Das Erlebnis beim Haarschneiden in Tokio hat mich sehr erstaunt. Die Arbeitsteilung ist in Japan äusserst ausgeprägt und verursacht viele Schnittstellen. Das führte dazu, dass ich während meines 25-minütigen Aufenthalts mit insgesamt sechs Mitarbeitenden des Hair Studios Kontakt hatte, von denen ich jeweils unterschiedliche Leistungen empfangen durfte. Aber wie ist das möglich?

Alles begann an der Reception im Erdgeschoss. Die Empfangsdame funkte nach meiner Ankunft in den unteren Stock und fragte nach einem Termin. Als ich im unteren Stock angekommen war, empfang mich eine weitere Person am Reception Desk und ich musste für zwei Minuten ins «Wartezimmer». Anschliessend durfte ich auf dem Friseurstuhl Platz nehmen und die neue Frisur wurde mit dem Schnittmaster besprochen. Danach wurden die Haare von einer weiteren Person gewaschen. Daraufhin ging es zurück zum Schnittmaster, um die Haare zu schneiden. Anschliessend ging es erneut zum Nachwaschen mit Person Nummer 5. Das Haartrocknen übernahm wiederum ein weiterer Mitarbeitender. Beim Bezahlen und Anziehen der Jacke half mir die letzte Person, die mir auf meiner Hair Cutting-Reise begegnete. Beim Verlassen des Studios haben mich sogar fünf Personen gleichzeitig verabschiedet!

Das nenn ich mal Arbeitsteilung und Freundlichkeit. Erstaunt hat mich im Allgemeinen die extrem saubere und gute Arbeitsweise – und der Hair Cut sitzt!

Nebst dem Besuch beim Friseur hatte ich ein Meeting mit Stefan Büchler von der Firma Büchi AG in Tokio. Stefan arbeitet seit einigen Jahren im asiatischen Raum. Wir haben uns intensiv über die Arbeitsweise und Arbeitsmethodik in Japan unterhalten. Interessanterweise ist Kaizen in vielen Betrieben in Japan gar nicht etabliert. Die Japaner sind sehr konservativ und risikoavers, d.h. es wird sehr lange an der bestehenden Arbeitsmethodik und Organisation festgehalten. Man harrt lieber einmal eine Krise aus, in der Hoffnung, dass es nachher wieder besser wird. Dieser Mind Set hat mich sehr überrascht und ist auch im Alltag ganz klar zu spüren. Das «Gesicht zu verlieren» möchte man unbedingt vermeiden und somit versucht man allen Möglichkeiten und Situationen aus dem Weg zu gehen, die dies verursachen könnten. Diese Basis ist natürlich nicht gerade dienlich für Kaizen, wo der Grundsatz die Veränderung ist.

Zu guter Letzt habe ich im Austausch mit Thomas Meyer auf der Schweizer Botschaft versucht, verschiedene Kontakte bezüglich weiteren Spitälern zu finden. Hierfür möchte ich dem Team der Schweizer Botschaft in Tokio für den tollen Einsatz danken.
Darüber hinaus haben wir uns mit der japanischen Assistentin von Thomas Meyer über Monozukuri unterhalten. Diesen Ansatz werde ich in den nächsten Tagen genauer untersuchen und euch die verschiedenen Grundsätze mitteilen.

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