Swiss Lean Study Tour 2019 – «Die ersten Schritte sind getan – was kommt danach?»

Vom Montag, 01. April, bis Mittwoch, 03. April, fand die dritte Swiss Lean Study Tour statt und tourte durch die Branchen. Das Programm war auf fortgeschrittene Lean-Umsetzer und -Umsetzerinnen ausgerichtet und beinhaltete nebst Gemba Walks auch Workshops, um die Themen praxisnah anzugehen. 

Seit 2015 veranstaltet die Leancom GmbH in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern und Gastgebern die Swiss Lean Study Tour: An drei bis vier Tagen touren die Teilnehmenden durch die Schweiz, durch Branchen, Themen und Betriebe. Auf diese Weise möchte die Leancom GmbH den Austausch innerhalb der Lean Community fördern sowie Lean-Begeisterten neue Inputs und Einblicke in andere Lean-Welten ermöglichen. Gerade in Bezug auf Veränderungen, Verbesserungen und innovative Lösungsansätze sind diese Erfahrungswerte entscheidend, um zielführend voranzukommen.

Dieses Jahr hat sich die Leancom ein hohes Ziel gesteckt und widmete sich den unbequemen Themen wie «Kaizen-Kultur», «Change Management» und «Lean-Reifegradmodell». Unbequem, weil sich diese Herausforderungen auf einer Ebene bewegen, die keine einfache Lösung vorsieht, individuellen und situationsabhängigen Umgang fordert, zugleich aber entscheidend für den Erfolg von Lean-Projekten ist. Um Lean-Begeisterte trotzdem bei diesen Themen zu unterstützen, besuchte die Study Tour die Femron AG, das Spitalzentrum Biel und die V-ZUG AG, welche Ihre Erfahrungen und Lösungsansätze weitergaben, welche durch das Fachwissen der Experten innerhalb eines Workshops unterstütz wurden.

Tag 1: Femron AG – Kaizen, wie es leibt und lebt

In Feuerthalen startete unsere Study Tour bei der Femron AG. Die Herstellerin im Bereich Präzisionsmechanik zeigte uns von Anfang bis Schluss eines: Hier wird Kaizen mit Leib und Seele gelebt. Das gesamte Femron-Team zeigte ein Engagement und Begeisterung für das Kaizen-Prinzip, wie es selten zu sehen ist. Verbesserungsvorschläge und Inputs wurden mit offenen Ohren abgeholt und die eigenen Errungenschaften freimütig präsentiert.

Nebst der eindrücklichen Firmenkultur zeigte Serge Miserez vom Schweizerischen Hängegleiter-Verband, was Kaizen für die Administration bedeutet, und wo die Herausforderungen in der Implementierung im Büro liegen. Zugleich beantwortete er unmissverständlich, weshalb Kaizen bzw. Lean Management heute wichtiger denn je ist.

Am Nachmittag erarbeiteten die Teilnehmenden unter der Anleitung vom Senior Lean Master Theo Lüthy, verschiedene Fragestellungen zum Thema Leadership. Bei den Präsentationen am Ende des Tages wurde eines klar: Eine Universalregel für Kaizen-Kultur und Leadership gibt es nicht, der Austausch über die Möglichkeiten und Ansätze ist aber Gold wert.

Tag 2: Spitalzentrum Biel – Veränderung liegt in der Luft

Von der Industrie ging es am zweiten Tag in die Gesundheitsbranche ins Spitalzentrum Biel. Eine Veränderung und eine Chance auch für Fachfremde. Denn bereits bei der Success Story des Spitalzentrums Biel zeigte sich, dass Veränderung bei allen Menschen etwas auslöst, unabhängig von der Umgebung. Wie das SZB mit diesen Herausforderungen umgegangen ist, welche Lessons Learned daraus gezogen wurden und wie sich trotz anfänglicher Widerstände eine Verbesserungskultur entwickeln konnte, erklärte Christian Baum, Leiter Prozesse & Qualität SZB, anschaulich.

Der anschliessende Gemba Walk durch die Betten- und Geburtenstation bot dem durchmischte Publikum eindrückliche Einblicke: Spitalprozesse einmal aus der Perspektive des Personals zu erleben und diesen auf Schritt und Tritt zu folgen, sorgte für ein ganz anderes Verständnis der Prozesse denn als Patient. Ebenso begeisterte das selbstständige Durchführen von Analysen und der Vergleich zum eigenen Betrieb oder Spital.

Am Nachmittag nahm sich der Lean Expert Martin Jerjen dem schwierigen Thema Change Management an und entfachte spannende Diskussionen. Das grosse Fazit des Tages: Ob Dienstleister, Gesundheitsbeauftragte oder Produzenten, jeder und jede kann von den anderen, ihren Ansätzen und kreativen Lösungen lernen.

Tag 3: V-ZUG – Für eine reife Zukunft

Am letzten Tag der Study Tour ging es in die Heimat der Leancom, aber nicht ins Kaizen Office, sondern in die Produktion der V-ZUG. Ein Name, der aus der Schweizer Geschichte nicht mehr wegzudenken ist. Was «Die vertikale und digitale Fabrik» tatsächlich bedeutet, erklärte Byron Vargas, Head of Operations V-ZUG, in klaren Worten. Ein Problem wie Platzmangel als Herausforderung anzunehmen und kurzerhand die Idee einer vertikalen Fabrik umzusetzen, ist eine Denkweise, die wir uns zu Herzen nehmen können.

Der Gemba Walk in die Steamerproduktion gestaltete sich spannend und abwechslungsreich – und wurde unverhofft kulinarisch: aus den Steamern, deren Produktion man noch eine Stunde zuvor miterleben durfte, wurde ein grossartiges Menü gezaubert! Ein Erlebnis ohnegleichen.

Die Swiss Lean Study Tour beschloss sich mit Alexander Stächele, Senior Lean Expert, welcher den Reifegrad des eigenen Unternehmens mit den Teilnehmenden bearbeitete. Wie dies genau umzusetzen ist und wie man sich selbst einen Massstab ansetzt, führte zu erkenntnisreichen Diskussionen.

Danke

Bedanken möchten wir uns ganz herzlich bei unseren Gastgebern Femron AG, Spitalzentrum Biel und V-ZUG, dafür, dass sie den Mut hatten, ihre Türen zu öffnen, ihre Prozesse offen zu legen und mithilfe der wachen Augen der Teilnehmenden besser zu werden. Wir bedanken uns bei der Belegschaft und den Mitarbeitenden der drei Gastgeber für ihr Mitwirken und Unterstützen am Tag selber, aber ebenso für die gemeinsame Organisation und Koordination.

Ein ebenso grosses Dankeschön gehört den Referenten: Ob als Vertreter des eigenen Unternehmens/Spitals oder als Fachreferent auf der Bühne, Sie haben spannende Inputs eingebracht und uns inspiriert!

Zu guter Letzt möchten wir uns bei den Teilnehmenden für Ihr aktives Mitwirken und Mitdiskutieren bedanken! Wir hoffen, dass Sie mit unzähligen neuen Ideen in Ihr Unternehmen zurückgekehrt sind und diese nun umsetzen!

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