Sind Verbesserungsvorhaben zu kompliziert?

Dieser Frage geht Peter Dähler, Vice President Operations Rychiger AG, in seiner Success Story Session beim diesjährigen Swiss Lean Congress vom 6. November 2019 nach.

Die Unternehmen, welche mit Lean Management erfolgreich unterwegs sind, haben typischerweise viel Energie in die Verbesserungskultur investiert. Das hört sich einfach an, ist es aber bei weitem nicht. Die Kultur so zu verändern, dass die Mitarbeitenden mit Freude und hoher Motivation täglich Verbesserungen umsetzen, ist eine grosse Herausforderung. Darüber hinaus erschweren viele Firmen mit komplizierten und langsamen bürokratischen Prozessen die Umsetzung von Verbesserungen. Die benötigte Dynamik wird bereits am Anfang der Veränderungsreise dermassen abgebremst, dass sich die Kultur und Motivation kaum entwickeln kann. Oder die Mitarbeitenden werden nicht eingebunden und stattdessen mit einem ausgeklügelten KVP-System überfallen. Die Folge: keine nachhaltige Verbesserungskultur und nur wenige wirksame Verbesserungen werden umgesetzt. In diesem Fall ist es nur eine Frage der Zeit, wie lange der Prozess überlebensfähig ist. Um eine funktionierende Verbesserungskultur aufzubauen, muss folglich sowohl der Prozess als auch der Mensch miteinbezogen werden. Ohne die Mitarbeitenden, welche die Verbesserungskultur täglich leben, werden auch die schönsten Prozesse ergebnislos sein. Bei der Veränderung geht es um den Menschen und um die einheitlichen Denk- und Handlungsmuster. Diese können sich nur schwierig mit starren, vom Management vorgegebenen Prozessen entwickeln. Es geht nicht ohne Führung, aber auch nicht ohne Einbindung der betroffenen Mitarbeitenden.

Damit wir uns richtig verstehen, ein standardisierter Prozess ist nötig, aber er sollte für alle Mitarbeitenden möglichst praxisorientiert sein. Einfach einfach! Bauen Sie jede administrative Hürde ab, vertrauen Sie Ihren Mitarbeitenden und stellen Sie Zeit für die Umsetzung zur Verfügung!

Oft finden die Mitarbeitenden am Anfang ausschliesslich die ganz grossen Verbesserungspotentiale, welche nur mit hohen zeitlichen und finanziellen Investitionen realisierbar sind. Oder sie sehen viele Potentiale, allerdings bei allen anderen als bei sich selber. Beides ist für die Entwicklung einer Verbesserungskultur hinderlich. Setzen Sie viele kleine Verbesserungen mit möglichst geringem Investitionsbedarf sehr schnell und unbürokratisch im eigenen Bereich um. 80-100% der gesamten Verbesserungsvorschläge sollten aus dem eigenen Bereich stammen. Zudem ist ein fixer Verbesserungsrhythmus empfehlenswert: Reservieren Sie sich je nach ihrer Situation jeden Tag eine Stunde, jede Woche vier Stunden oder jeden Monat einen Tag für die Umsetzung der Verbesserungen. Finden Sie den passenden Verbesserungsrhythmus für Ihr Team! Das Potential wird oft erkannt, aber aufgrund fehlender Zeit nicht umgesetzt. Mit einem festen Rhythmus nehmen wir uns bewusst Zeit für die Weiterentwicklung der Kultur und des Unternehmens und es kann sich eine Art Ritual entwickeln. Vereinfachen, Vertrauen, Ausprobieren sowie konsequentes und schnelles Lernen  – das sind die wichtigsten Kernelemente, für welche eine geeignete Umgebung geschaffen werden sollte.

Sie möchten mehr zu diesem Thema erfahren? Sie möchten von Fehlern, Erkenntnissen und Erfolgsfaktoren eines erlebten Veränderungsprozesses profitieren? Am realen Beispiel der Rychiger AG teilt Peter Dähler diese Erfahrungen mit Ihnen am Swiss Lean Congress. Melden Sie sich jetzt an und stellen Sie sich Ihr eigenes, branchenspezifisches Programm rund um das Motto „The Power Of Improvement“ zusammen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.swissleancongress.ch.

Zurück

KONTAKT

Lassen Sie sich beraten und kontaktieren Sie uns gleich heute.